Feronix ATLAS Kundenportal

Produkte & Verfahren

Feronix deckt die komplette ATLAS-Einfuhrabfertigung ab — von der automatisierten IMPOST-Anmeldung über die manuelle Standardabfertigung bis zum Transitverfahren und der Lagerverwaltung. Jedes Verfahren folgt denselben Prinzipien: lokale Validierung vor Übermittlung, keine automatische Manipulation von Werten und vollständige Nachvollziehbarkeit.

1. ATLAS-IMPOST-Einfuhrabfertigung

Automatisierte Einfuhranmeldung für Sendungen bis 150 EUR Warenwert über den IMPOST-Webservice. Vor oder nach Gestellung einreichbar.

Funktionsumfang

  • IMPOST_LVCDPP — Anmeldung vor Gestellung
  • IMPOST_LVCDAP — Anmeldung nach Gestellung
  • Sendungs- und Zolldaten mit Empfänger, Wert, Warenpositionen
  • Lokale Validierung: Pflichtfelder, EDI-IHB, 150-EUR-Grenze, Vorpapier, IOSS
  • Statusverfolgung über LRN: ICOMAA (Annahme), ICOMTA (Abgaben), ICOMEA (Fehler)
  • Abgabenbescheid mit Vorsteuerabzug, Rechtsbehelf und Druckfunktion
  • Automatische Aussteuerung in Standardabfertigung bei >150 EUR

Ablauf

  1. Lieferung mit Servicegruppe (LVCDPP/LVCDAP) und Transportdaten anlegen
  2. Paketmanifest mit Barcode, Empfänger und Warenpositionen übergeben
  3. Wertnachweis (Rechnung/Pro-forma) hochladen und verknüpfen
  4. Vorabprüfung: POST /customer/shipments/validate
  5. Anmeldung übermitteln: POST /customer/shipments
  6. Status verfolgen: GET /customer/shipments/{lrn} und GET /customer/declarations/{lrn}

Voraussetzungen

  • Aktive EORI/Niederlassung und Zollstelle im Mandantenstamm
  • Aufschubkonto und Zertifikat konfiguriert
  • Servicegruppe IMPOST_LVCDPP oder IMPOST_LVCDAP freigegeben
  • Sendungswert ≤ 150 EUR (sonst Standardabfertigung)
  • Wertnachweis als lesbares Dokument im DMS hinterlegt

2. Standard-Einfuhrabfertigung & manuelle Klärung

Kontrollierter Übergabeprozess für nicht-IMPOST-fähige Sendungen. Erzeugt eine CCI-Teilnehmernachricht (DECDFA), Zollmappe und FTAM-Versand.

Wann wird ausgesteuert?

  • Sendungswert über 150 EUR
  • Nicht für IMPOST geeigneter Verfahrensfall
  • Fachliche Entscheidung des Bearbeiters

Das System verändert keine Preise oder Warenangaben, um die IMPOST-Grenze zu unterschreiten.

Funktionsumfang

  • Importeur/Einführer, Empfänger, Vertreter und Warenpositionen erfassen
  • ATLAS-XML (DECDFA) als CCI-Teilnehmernachricht erzeugen und XSD-prüfen
  • Zehnstellige TARIC-Warennummer, Verfahren, Beteiligte, Gewichte, Verpackung
  • Zollmappe als PDF oder ZIP mit manifest.json für Vollständigkeit und Prüfsummen
  • FTAM-Versand über freigegebene Regel ZBE oder ZBV
  • Folgemeldungen DECDAA, DECFSA, DECPEA — vor Versand erneut XSD-geprüft
  • DECCXA aus FTAM-Eingang als Abgabenbescheid eingearbeitet

Ergebnisse / Dokumente

  • DECDFA-XML im DMS archiviert (nicht automatisch versendet)
  • Zollmappe PDF in Dokumentensprache des Vorgangs
  • Zollmappe ZIP mit PDF, Anlagen und maschinenlesbarem Manifest

3. Transit und T1-Versand

Eigenständiger Transitauftrag, der frei gewählte Pakete bündelt und daraus eine Ausgangslieferung sowie eine schema-validierte Versandanmeldung erzeugt.

Funktionsumfang

  • Versandarten: T1, T2, T2F, T (extern, intern, besonders intern, gemischt)
  • Vorgangsarten: create_new, import_existing, onward
  • Abwicklung: Normalverfahren mit Gestellung oder zugelassener Versender (authorised_consignor)
  • Struktur: 1 Hauptsendung, bis 1.999 Haus-Sendungen/Positionen
  • Haus-Sendungs-Schlüssel für Gruppierung nach HAWB oder Transportvertrag
  • DETPDD-XML (Nachricht E_DEP_DAT, Wurzel DETPDD, Version D.1.23, EDI-IHB 10.2.7)
  • Automatisch ermittelte Angaben: EORI, Niederlassung, Abgangszollstelle, Inhaber, Gesamtrohmasse

Abgrenzung

Der T1-XML-Export ist ein Datei-Export und keine Übermittlung. Die IMPOST-Zertifizierung umfasst ATLAS Versand nicht. Produktiver Versand benötigt eine gesonderte Teilnahme und Freigabe.

4. Summarische Anmeldung (SumA-XML)

Erzeugt eine CUSPRL/SCPRLK-Datei für die Summarische Anmeldung zur vorübergehenden Verwahrung.

Funktionsumfang

  • SCPRLK-Datei nach EDI-IHB ATLAS 10.1.17, Nachricht SCPRLK, Version K.1.5
  • EORI und konfigurierte Zollstelle wählen
  • LRN, Anmeldungsart, Gestellung, Beteiligte, Beförderung und Vorpapier erfassen
  • Dynamische Warenpositionen: Beschreibung, Rohmasse, Abgangsland, Verpackung
  • Validierung gegen offizielles SCPRLK.xsd
  • Validierungsbericht mit XML- und Schema-Prüfsumme, XSD-Version und Codelisten
  • Erfolgreiche Exporte automatisch im DMS archiviert

Abgrenzung

SumA ist weder IMPOST noch ENS/ICS2 oder ASumA. Der Export wird nicht über den IMPOST-Webservice gesendet, sondern für den Import in zugelassene ATLAS-Teilnehmersoftware bereitgestellt.

5. Lagerverwaltung (LVS)

Scanbasierte Lagerverwaltung mit Zonen, Handling Units, Routen, Beschau, Pick/Pack, Warenausgang, DMS und Etikettendruck.

Lagerzonen

ZoneBedeutungTypische Aktionen
WH/IN — WareneingangPhysisch empfangen, noch nicht eingelagertEingang prüfen, HU zuordnen, einlagern, Abweichung dokumentieren
WH/T — T-ZoneUnverzollter Bestand; WH/STOCK liegt als buchbarer Bereich darunterEinlagern, umlagern, Beschau zuführen, Inventur
WH/INSPECTION — BeschauUntergeordnete Zone der T-Zone für physische ZollkontrolleBeschau dokumentieren, abschließen, in T-Zone rücklagern
WH/FREE — FreiverkehrDurch ATLAS freigegeben und aus T-Zone umgelagertReservieren, kommissionieren, für Ausgang bereitstellen
WH/OUT — WarenausgangBereitgestellt, noch nicht abgefahrenPacken, verladen, abfahren

Funktionsumfang

  • Wareneingang mit Barcode-Scan und automatischer Zonenbuchung
  • Handling Units: Karton, Wanne, Sack, Palette, Rollcontainer, Käfig, ULD
  • Zoll- und Dokumentenbeschau mit Befund, Fotos und Rücklagerung
  • Pick/Pack: Einzel, Batch, Cluster, Wave — FIFO, LIFO, FEFO oder nächster Ort
  • Warenausgang: Reservierung, Bereitstellung, Verladung, Abfahrt, Abschlussbelege
  • Frachtführer-Adapter und Retourenprozess mit Disposition
  • Lagerorte und Hierarchie: Ansichtsknoten vs. scanbare operative Unterorte
  • Lagerrouten mit zulässiger Reihenfolge und Pflichtscans
  • Inventur: Soll/Ist-Vergleich pro Lagerort mit Befundgruppen
  • DMS: Belege mit Typ, Versionen, Status, Prüfsumme und automatischer Ablage
  • Etiketten und lokale Drucker über Feronix Print Bridge
  • Stammdaten: datengetriebene Werte für Tore, Typen, Fahrzeuge, Vorgänge

6. Kunden-API

REST-API für die automatisierte Übergabe von Lieferungen, Paketmanifesten, Sendungsdaten und Dokumenten aus ERP-Systemen (SAP, Microsoft Dynamics, Odoo, Oracle).

Authentifizierung

curl -H 'X-Api-Key: <MANDANTENSCHLÜSSEL>' \
     -H 'Accept-Language: de' \
     https://atlas.feronix.tech/customer/me

Der Schlüssel bestimmt den Mandanten serverseitig. Eine customer_id im Inhalt darf diesen Geltungsbereich niemals erweitern.

Empfohlene Reihenfolge

  1. T1-Fall festlegen (vorhandenes T1 hochladen oder t1_mode=create)
  2. POST /warehouse/delivery-manifests — Lieferung und Paketliste
  3. POST /warehouse/value-evidence — Rechnung/Wertnachweis
  4. POST /customer/shipments/validate — Vorabprüfung
  5. POST /customer/shipments — Anlegen/Übermitteln
  6. GET /customer/shipments/{lrn} — Status verfolgen
  7. GET /customer/declarations/{lrn} — Zollvorgang verfolgen

Kern-Endpunkte

MethodeEndpunktZweck
POST/warehouse/delivery-manifestsLieferung und Pakete atomar anlegen
POST/warehouse/value-evidenceWertnachweis hochladen
POST/customer/shipments/validateVorabprüfung (sendet nichts an den Zoll)
POST/customer/shipmentsSendung anlegen/übermitteln
GET/customer/shipments/{lrn}Sendungsstatus
GET/customer/declarations/{lrn}Zollvorgang mit Nachrichten und Bescheid
POST/customer/declarations/{lrn}/resubmitKorrigierte Neuübermittlung
POST/customer/suma/xmlSumA-XML exportieren
POST/warehouse/transit-ordersTransitauftrag anlegen
POST/warehouse/transit-orders/{id}/xmlT1-XML (DETPDD) erzeugen
POST/customer/customs-xml/validateXML gegen Original-XSD prüfen
GET/customer/meMandantenprofil
GET/customer/me/identitiesZollidentitäten (EORI/NL)
GET/customer/me/mandatesVertretungsmandate
GET/customer/reference/hs-searchHS-Code-Suche

Idempotenz und Fehlerbehandlung

Eine fachlich identische Wiederholung muss dieselbe Idempotenzkennung verwenden. Eine korrigierte Neuübermittlung erhält eine neue ATLAS-Nachrichtennummer. Timeout ist nicht gleich Ablehnung — vor Wiederholung prüfen, ob die Anfrage angenommen und nur die Antwort verloren ging.

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